Wahrnehmung im Aikido

 

Anfangs sind wir im Aikido meist verwirrt von der Vielfalt an Möglichkeiten uns zu bewegen. Mit dem Erlernen einiger Formen nimmt die Verwirrung ab. Wir erkennen Strukturen und nehmen immer mehr Details wahr. Je sicherer wir die Formen beherrschen, desto eher können wir die Details auch mal außer Acht lassen und nehmen Qualitäten wie Bewegungsfluss, guter Abstand, Timing usw. wahr. Wir spüren dann auch unterschiedliche Energien bzw. Charaktereigenschaften der Bewegungen.

Je intensiver und vielseitiger wir die Qualitäten wahrnehmen, desto mehr Freiheiten können wir auch empfinden: Freiheiten in Form, Timing und im Kontakt zur Trainingspartnerin zum Trainingspartner. Damit entwickeln wir eine Idee, wann eine Bewegung kongruent ist oder natürlich ist. Tiefer gibt es für mich weitere Ebenen der Wahrnehmung, die nicht einfach verbalisierbar sind. Um eine Ebene der Wahrnehmung zu erreichen muss man nicht notwendiger Weise eine andere durchlaufen haben. Auch technische Anfänger können beispielsweise eine kongruente Bewegung machen und als solche wahrnehmen, aber ich bin davon überzeugt, dass jede Ebene den Zugang zur nächsten fördert

(Bernhard Köllhofer)